Mit dem Bus ging es zunächst quer durch Berlin. Unser Reiseleiter war der Bruder eines unserer Gründungsmitglieder, der im alten Osten von Berlin aufgewachsen ist, ganz in der Nähe der Mauer. So konnte er uns während der Fahrt durch die Stadt viele geschichtliche, aber auch persönliche Geschichten zu der Stadt und der Zeit der Teilung erzählen.

Kahnfahrt im SpreewaldErstes Ziel des Tages war das Biosphärenreservat Spreewald Lübben. Im Hotel Restaurant Kahnstube in Lübben war extra für uns ein Kahn reserviert.  Die Fahrt startete direkt hinter dem Haus auf dem Fluss. Es war erstaunlich ruhig auf dem Fluss. Sehr angenehmen, fast meditativ, hier auf dem Kahn dahinzugleiten durch die Landschaft. An einem Flussimbiss machten wir halt, es gab Spreewaldgurken und Schmalzbrot, typisch Spreewald. Wir bekamen hier alles direkt in unseren Kahn geliefert und konnten während der Weiterfahrt gemütlich schmausen. Herrlich. Dazu gab es reichlich Getränke an Bord.  Wir sahen auch Storchennester bei dieser Fahrt. Man sah sogar die jungen Störche in den Nestern. Natur pur! Nach der rund zweistündigen Kahnfahrt gab es dann noch einen Stadtrundgang durch Lübben, ein nettes beschauliches kleines Städtchen. Wir gingen zur Kirche, zum Marktplatz und dann noch mal zum Fluss.  
Nikolaikirche
Weiter ging es mit dem Bus nach Luckau in Brandenburg und dort in die St. Nikolai Kirche. Seit über 700 Jahren steht eine Kirche an dieser Stelle. Die St. Nikolai Kirche zeigt eine gelungene Verschmelzung von der Gotik bis zum Barock. Zu sehen ist das z.B. an der Kanzel und an der Donat Orgel. Für den kleinen Ort wirkt diese bombastische Kirche etwas überdimensioniert. Aber die Leute hier sind sehr stolz auf ihr Kleinod. Eine Dame aus dem Ort führte uns durch die Kirche. Dann noch ein kleiner Rundgang durch den Ort. Ebenso leer wie schon Lübbenau. Schöner Handwerksbaum auf dem Marktplatz.

ZinnaIm Anschluss ging es weiter mit dem Bus nach Zinna, wo wir auch übernachteten. Der Ort Kloster Zinna ist klein, rund um die Hauptstraße angelegt, wie auf dem Reißbrett. Im Jahr 1764 veranlasste Friedrich der Große auf dem Klostergebiet die Gründung einer Stadt, die seit 1902 den Namen Kloster Zinna trägt. Friedrich der Große siedelte hier Handweber aus der Oberlaustiz an, um die Region wirtschaftlich neu zu beleben. Das gelang zwar nicht im gewünschten Umfang, dennoch errichtete die Stadt Friedrich zum Dank ein Denkmal auf dem Marktplatz. Hinter dem Denkmal liegt die „Alte Försterei“, in der Friedrich der Große damals auch angeblich übernachtet hat. In genau diesem Hotel übernachteten auch wir. Die Zimmer sind rustikal, aber gemütlich. Im Hotel gab es dann auch Abendessen, ein schönes und reichliches Buffet an der großen Tafel, sehr lecker. In der lauen Sommernacht konnten wir dann später draußen noch lange zusammensitzen und uns austauschen.

Kloster ZinnaNach dem Frühstück am Samstagmorgen ging es dann zum St. Marien Kloster in Zinna, wo wir zunächst eine Führung durch die Klosterkirche hatten. Die aus Feldsteinen erbaute, schlichte Klosterkirche ist eine spätromanische Pfeilerbasilika mit kreuzförmigem Grundriss. Sie ist der Jungfrau Maria gewidmet, schlicht und hübsch. Es gibt ein paar sehr alte schöne Fresken. Dann ging es weiter ins Klostermuseum Kloster Zinna in einem der schönen Giebelhäuser. Hier hatten wir ebenfalls eine Führung, die an dem großen Modell der Klosteranlage mit einer geschichtlichen Einführung startete.
Um 1170 ließen sich Zisterzienser aus dem rheinischen Altenberg auf Initiative des magdeburgischen Erzbischofs Wichmann in Zinna nieder. Fast 400 Jahre bestimmten sie die Entwicklung im Jüterboger Land mit. Im 16. Jahrhundert endete das Klosterleben. Die Geschichte der „grauen Mönche“ ist im Museum im gotischen Abtshaus von 1435 dargestellt. Besonders sehenswert sind die hochgotischen Fresken in der Abtskapelle.
Im Anschluss ging es in das ehemalige Siechenhaus, wo heute der Kräuterlikör „Zinnaer Klosterbruder“ nach alten Rezepten hergestellt wird, den wir auch probieren durften.

Dann verließen wir das Kloster Zinna und es ging mit dem Bus weiter nach Beelitz, in die berühmte Spargelregion. An diesem Sonntag war offiziell der letzte Spargeltag der Saison. In Elsholz in einer kleinen Gastwirtschaft an der Hauptstraße war für uns ein Tisch bestellt zum traditionellen Spargelessen. Hier gab es Spargel mit Kotelett, das Kotelett sieht hier allerdings aus, wie bei uns in der Kölner Region ein Schnitzel, aber sehr lecker.
Dann ging es noch weiter auf einen großen und touristischen Spargelhof bei Beelitz. Hier schienen alle Touristen und sonstigen Menschen der sonst so ruhigen Gegend versammelt zu sein. Ein großer Rummelplatz, auf dem es alles gibt, was man sich denken kann, wenn man es denn mag.

Dann ging es wieder zum Bus und zurück nach Berlin mit einer abschließenden Stadtrundfahrt durch den Westen Berlins, am Ku’Damm entlang, womit sich ein
Schönes gemeinsames erlebnisreiches Wochenende mit vielen neuen Eindrücken dem Ende neigte.